Wohllebens Waldakademie

Bäume pflanzen in Deutschland – gute Projekte erkennen

Welche Aufforstungsprojekte sollte man ehrenamtlich oder finanziell unterstützen?

Bäume pflanzen ist immer eine gute Sache, oder doch nicht? Es kommt drauf an! Worauf es ankommt und wie ihr es schafft bei der Suche nach einem sinnvollen Baumpflanzprojekt den Wald vor lauter Bäumen noch zu sehen, zeigt euch die nachfolgende Checkliste:

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1. Baumpflanz-Projekte im Wald & in Schutzgebieten sind nicht sinnvoll

Für Flächen in Deutschland, die bereits als Wald gelten, erhalten die Eigentümer umfassende staatliche Subventionen für Baumpflanzungen, den Umbau von Nadelwald in Mischwald sowie weitere Aufforstungsmaßnahmen.  
Selbst nach einem Kahlschlag abgestorbener Fichtenmonokulturen gibt es diese Subventionen. Dabei entsteht der ökologische Schaden erst durch die Befahrung der Flächen mit schwerstem Gerät und die Beseitigung der toten Bäume, die der nachfolgenden Baumgeneration wertvollen Schatten spenden und Wasser speichern würden. In Bezug auf den Borkenkäfer stellen die abgestorbenen Fichten dabei keinerlei Gefahr mehr dar.
Eine Unterstützung von Aufforstungsprojekten auf solchen Flächen macht demnach keinen Sinn, da die Maßnahmen ohnehin durchgeführt und finanziert werden und nicht für die Entstehung von zusätzlichen Waldflächen sorgen.
Was in Deutschland alles zum Wald zählt kann im Wesentlichen dem Bundeswaldgesetz entnommen werden. Hiernach gelten sogar kahlgeschlagene Flächen als Wald. Auch ohne menschliches Zutun würden sich innerhalb kürzester Zeit zahlreiche Bäume und unterschiedlichste Baumarten auf diesen Flächen ansiedeln, sodass nach und nach ein intaktes Ökosystem entsteht. Um dem Wald hier zu helfen, kann man sich also eigentlich einfach bequem zurücklehnen, der Natur bei der Arbeit zuschauen und gleichzeitig Kosten und Aufwand sparen.
Selbst wenn hier, wider Erwarten, von alleine keine Bäume wachsen, sind Waldbesitzende sogar gesetzlich dazu verpflichtet kahle Flächen wiederzubewalden. Aufforstungsprojekte mit dieser Intention stellen daher keine zusätzliche Hilfe für den Wald, sondern vielmehr eine zusätzliche wirtschaftliche Hilfe für die Waldbesitzenden dar.
In Naturschutzgebieten soll sich die Natur nach Lust und Laune entfalten dürfen. Zudem sollten auch wertvolle Biotope ohne Schutzstatus erhalten werden. Es ist daher nicht sinnvoll in diesen Gebieten Bäume zu pflanzen.

Unterstützungswürdige Aufforstungsprojekte beschränken sich also auf Flächen, auf denen bislang noch kein Wald wächst. Sie sorgen somit wirklich für mehr Wald in Deutschland. 

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2. Welche Baumarten werden gepflanzt?

Anhand der verwendeten Baumarten lässt sich die Sinnhaftigkeit und der Zweck von Baumpflanz-Projekten gut beurteilen.
Die drei vergangenen trocken-heißen Sommer haben einmal mehr gezeigt, dass unsere heimischen Baumarten immer noch am besten mit diesen extremen Bedingungen zurechtkommen, vorausgesetzt ihr natürlicher Lebensraum ist nicht zu sehr durch menschliche Eingriffe gestört. Da niemand abschätzen kann, wie sich das Klima bei uns zukünftig tatsächlich entwickelt, sind für die Suche nach Zukunfts-Baumarten hellseherische Fähigkeiten notwendig. Zudem stecken hinter dieser Suche nach Super-Baumarten häufig vorrangig wirtschaftliche Interessen. Wenn wir wirklich intakte Ökosysteme fördern möchten, sollten wir der Natur die Entscheidung überlassen, welche Baumarten sich in unseren Wäldern wohl fühlen.

Hier findest du einige Beispiele, die in den meisten Teilen Deutschlands heimisch/ nicht heimisch sind:

Heimische BaumartenNicht-heimische Baumarten
RotbucheFichte
EicheDouglasie
HainbucheKiefer
BergahornZeder
FeldahornKüstentanne
EscheMammutbaum
SandbirkeLärche (europäische und japanische)
ZitterpappelRoteiche
SalweideEsskastanie

Baumhasel
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3. Wird der Wald zukünftig bewirtschaftet?

Viele Aufforstungsprojekte dienen dazu Wirtschaftswälder anzulegen. Die Bäume werden also mit der Intention gepflanzt, dass sie in einigen Jahrzehnten gefällt und gewinnbringend verkauft werden. Letztendlich investiert man durch die Unterstützung solcher Aufforstungsprojekte lediglich in das Wirtschaftsunternehmen des jeweiligen Waldbesitzers oder der jeweiligen Waldbesitzerin und fördert die Entstehung von Plantagen anstelle von intakten Waldökosystemen. Dem Wald wird hierdurch wenig geholfen. 

Aus dem jeweiligen Projekt sollte daher ersichtlich sein, ob es letztendlich forstwirtschaftlichen Zwecken dient oder ob es das Ziel ist, einen natürlichen Wald, der nicht holzwirtschaftlich genutzt wird, entstehen zu lassen. 

Prädikat besonders wertvoll:  

Aufforstungsprojekte sollten auf Dauer frei von forstwirtschaftlichen Nutzungen angelegt sein, damit sichergestellt ist, dass tatsächlich ein natürlicher Wald entstehen kann und die Bäume nicht in ein paar Jahrzehnten wieder geerntet werden. Eine absolute Rechtssicherheit gibt es kaum, aber ein Eintrag des Verzichts auf Holzernte ins Grundbuch ist ein deutliches Zeichen und wünschenswert. Für den Initiator/die Initiatorin ist dies mit einigem Aufwand verbunden und macht das ernsthafte Interesse an der Entstehung eines echten Waldes deutlich. 

Fazit

Bei der Wahl des passenden Baumpflanz-Projektes gilt es, so viele Informationen wie möglich zu sammeln, um einen guten Eindruck über den Sinn und Zweck des Projektes zu erhalten. Während der Recherche wird schnell deutlich, wie transparent ein Aufforstungsprojekt gestaltet ist und wie bereitwillig die gewünschten Informationen zur Verfügung gestellt werden. Mit Hilfe der oben genannten Kriterien wird sich also schnell die Spreu vom Weizen trennen. Positiv geprüfte Projekte sind dann unbedingt unterstützenswert, denn wir brauchen mehr Waldfläche, um den Klimawandel zu dämpfen. Probiert es aus! Viel Spaß beim Checken! 

Solltet ihr euch bei der Wahl des richtigen Aufforstungs- oder Waldschutzprojektes dennoch unsicher sein und weitergehende Hilfe benötigen, beraten wir euch sehr gerne! 

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