Sind Esche und Eberesche verwandt?

Nicht nur der Name deutet darauf hin, dass die Baumarten Esche und Eberesche verwandt sind. Auf den ersten Blick zeigen auch die Blätter Ähnlichkeiten auf. Es ist jedoch nicht der Fall, dass die beiden verwandt oder gar die gleiche Baumart sind. Wir erklären euch, welche Unterschiede man ganz einfach erkennen kann.

Nicht nur der Name deutet darauf hin, dass die Baumarten Esche und Eberesche (auch Vogelbeere genannt) verwandt sind. Auf den ersten Blick zeigen auch die Blätter Ähnlichkeiten auf. Es ist jedoch nicht der Fall, dass die beiden verwandt oder gar die gleiche Baumart sind. Wir erklären euch, welche Unterschiede man ganz einfach erkennen kann.

Eine anschauliche Erklärung von Josef findet ihr auch auf unserem YouTube Kanal:

Die Blätter

Wie erwähnt sehen sich die Blätter der beiden Baumarten auf den ersten Blick relativ ähnlich; der direkte Vergleich offenbart jedoch einen deutlichen Größenunterschied: Die Blätter der Esche sind größer als die der Eberesche. Bei näherer Betrachtung fällt zudem auf, dass die Blattränder bei letzterer scharf gesägt, bei der Esche hingegen viel glatter sind.
Anmerkung: Ein Blatt bezeichnet in diesem Fall eine ganze Gruppierung von Einzelblättchen, die wie eine Feder angeordnet sind. Daher werden die Blätter als „gefiedert“ bezeichnet.
Doch auch andere Merkmale machen es leicht, die Baumarten voneinander zu unterscheiden.

Die Knospen

Die Esche hat sehr markante Knospen, die sich gut von denen anderer Laubbaumarten unterscheiden lassen. Die typische Knospenfarbe ist ein sattes Schwarz, und die Knospenanlage ist meist gegenüberliegend (gegenständig oder scheingegenständig). Die feinen Knospen der Eberesche hingegen sind behaart und silbrig.

Wuchs und Holz

Die Esche gehört mit bis zu 40 Metern zu den größten Laubbaumarten. Sie kommt dabei meist in Au- oder Schluchwäldern vor. Sie ist ein forstlich genutzter Baum deren Holz z.B. für die Möbelproduktion gefragt ist. 

Die Eberesche zählt zu den Pionierbaumarten und besiedelt daher vorzugsweise lichte Bereiche. Sie kommt in ganz Europa, auch z.B. in kargen Bergregionen vor. Meist bildet sie keine dicken Stämme aus (obwohl sie das theoretisch könnte) und wirkt eher wie ein Strauch; sie zählt zu den Rosengewächsen. Ihr Holz wird daher auch kaum forstlich genutzt. Als heimische Baumart, die robust gegenüber anspruchsvollen klimatischen Bedingungen ist, ist sie durchaus nicht nur als Vogelfutterspenderin wichtig.

Die Früchte der Vogelbeere

Apropos: Den Namen „Vogelbeere“ erhielt die Ebersche dadurch, dass die orangenen bis tiefroten Beeren früher für den Vogelfang genutzt wurden. Diese Früchte, oder vielmehr Scheinfrüchte, sind übrigens keineswegs so giftig, wie man es oft hört – sie schmecken nur leider nicht sehr gut. Hier haben wir dem Thema einen eigenen Beitrag gewidmet - inklusive Tipps für die Küche!

Eschentriebsterben

Ein Problem, mit dem Eschen zu kämpfen haben, ist das Eschentriebsterben: Der aus Asien eingeschleppte Pilz namens Falsches Weißes Stengelbecherchen sitzt eigentlich im Laub, besiedelt jedoch auch junge Zweige und sorgt dafür, dass die jungen Triebe absterben. Diese bilden dann keine Blätter aus und vertrocknen. Wenn davon regelmäßig alle jungen Triebe betroffen sind, kann die Esche aufgrund der fehlenden Blätter keine Photosynthese mehr betreiben und somit keinen lebensnotwendigen Zucker produzieren. Viele Eschen sind auf diese Art bereits abgestorben, es gibt jedoch einen Teil (man geht von etwa 10% aus), der resistent gegen die Krankheit ist. Gesunde Eschen sollte man daher auf jeden Fall stehenlassen, in der Hoffnung, dass sie sich gegen das Eschentriebsterben langfristig wehren können. Woher diese Resistenz kommt, wird aktuell noch erforscht - neben genetischen Vorteilen (die dann auch an die Nachkommen weitergegeben werden könnten) können wohl auch Bakterien die Esche vor dem Pilz schützen..

Esche und Eberesche – kaum zu verwechseln

Wie ihr seht, besteht bei genauerer Betrachtung kaum Verwechslungsgefahr. Tatsächlich verrät dies auch schon der Name „Eber-Esche“, was eigentlich „Aber-Esche“ meint – also ein Baum, der der Esche beim ersten Blick auf die Blätter zwar ähnlichsieht, aber dennoch keine Esche ist. 

Tipp

Besteht weiterhin Verwechslungsgefahr? Dann empfehlen wir euch unseren Online-Kurs "Bäume bestimmen", in dem ihr die Merkmale von 25 verschiedenen Baumarten kennenlernt: 

Zum Online-Kurs 

Share

Newsletter-Anmeldung: Erhalte mehr Infos über den Wald, Wissenschaft und die Waldakademie direkt in dein Postfach.

Abonniere unseren Newsletter

Melde dich jetzt für unseren kostenlosen Newsletter an. Wir informieren dich regelmäßig über Neuigkeiten zu den Themen Wald und Waldakademie. Du kannst den Newsletter jederzeit wieder abbestellen.