Borkenkäfer weisen die Richtung

Der Borkenkäfer (speziell der Buchdrucker) ist nur ein Botschafter für die Rückbesinnung auf natürliche Wälder.

Tobias Wohlleben
Tobias Wohlleben · 1 Min. Lesezeit·1 Kommentar
Borkenkäfer weisen die Richtung

Wenn es wieder wärmer wird, starten die Borkenkäfer. Ein Grund zur Sorge? Das kommt darauf an.

Wer jetzt noch Fichten- oder Kiefernplantagen hat, muss die Insekten fürchten. Sie zeigen nämlich gnadenlos naturferne Zustände auf, sprich: Sie können nur geschwächte Bäume befallen. Und weil die Nadelbäume aus dem hohen Norden stammen, leiden sie hier auch ohne Rekordtemperaturen. Deutsche Sommer sind ihnen zu heiß und zu trocken. So kämpften Fichten und Kiefern schon seit Jahrzehnten ums Überleben. Der Klimawandel verschärft die Lage nun. Das freut die Käfer, die sich munter vermehren. Und weil die Plantagenbesitzer das viele Käferholz kaum noch verkaufen können, setzt nun ein Umdenken ein, ob Buchen und Eichen nicht doch die bessere Alternative sind.

Ein Mann mit grauer Mütze und Mantel steht im Freien in der Nähe von Bäumen und macht sich Gedanken über die Gesundheit der Wälder und die Auswirkungen des Klimawandels, wie von der Wohllebens Waldakademie hervorgehoben.
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Wenn du nun meinst, dass diese Trendwende zu Laubwäldern doch schon ein alter Hut ist, so müssen wir leider korrigieren: Bis 2018 gingen viele Förster wieder dazu über, junge Laubbäume abzusägen, um Fichten und Douglasien zu fördern. Es machte sogar das hässliche Wort von der „Verbuchung“ die Rede, ganz so, also ob diese Bäume Unkraut wären.

Der Borkenkäfer (speziell der Buchdrucker) ist also nur ein Botschafter für die Rückbesinnung auf natürliche Wälder.

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Tobias Wohlleben
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Tobias Wohlleben ist seit 2018 Geschäftsführer und Inhaber der Waldakademie und prägt sie seit ihrer Gründung 2016 maßgeblich mit. Als politischer Kopf und Innovator bringt er umfassendes Fachwissen, strategisches Gespür und eine offene, faire Art in die Arbeit ein.
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1 Kommentar

Wald, Marcus

Die Fläche in meinem Wald, die vorher mit befallenen Fichten bestanden war, entwicklet sich prächtig. Indem ich nichts gemacht habe in den letzten 4 Jahren hat sich dort eine “wilde” Flora entwickelt, die auf dem “Schutzstreifen” von ca. 10 Metern nun eine natürliche Barriere gegen die Käfer aus dem aufgeräumten Nachbarwald bildet. Die Feinde der Borkenkäfer haben wohl ein neues Zuhause gefunden. Neu angepflanzt wird nichts, das soll die Natur selber regeln wer sich dort durchsetzen kann. Viele Grüße aus der Eifel.

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